Das Sonderkonto (Sperrkonto) für Griechenland ist nun wohl beschlossene Sache. Damit wird, nach EFSF, dem kommenden ESM (eine "zeitlang" werden diese parallel bestehen!*) eine weitere Blase geschaffen. In dieser soll der Rettungsschirm geparkt werden. Er besteht lediglich aus Bürgschaften und ist dem Zugriff der griechischen Regierung entzogen. So wird wiederum Kapital geschaffen. Die Bürgschaften müssen natürlich mit Sicherheiten, wie z.B. Wertpapieren (auch das sind nur Zahlungsversprechen - eine Blase) "abgesichert" sein. Bis jetzt ist noch kein Cent Hartgeld, noch kein Geldschein irgendwohin geflossen. Lediglich Zahlungsversprechen wurden ausgetauscht, benötigte Garantien dafür gestellt und für Kredite gebürgt.
Erst Mitte des Jahres wird es ernst! Dann muss unser Finanzminister die erste von fünf Raten der insgesamt versprochenen 21,7 Mrd. Euro bar in den ESM einzahlen. Insgesamt soll der ESM über 80 Mrd. Euro Bargeld verfügen. Das ist die Sicherheit für einen ESM, der um weitere 700 Mrd. Euro an "Zahlungsversprechen" aufgefüllt wird. Eine Blase also, in Höhe von (ich vermeide das Wort "Wert") 700 Mrd. Euro. Aus diesen "Garantien" werden z.B. die 130 Mrd. Euro für den jetzt verabschiedeten zweiten Rettungsschirm bedient. Diese sollen aber nicht in den Bargeldkreislauf des Landes einfließen. So viel Bargeld gibt es im ganzen Land nicht. Auf diesem Sperrkonto wird also der zweite Rettungsschirm (als Showeffekt: in Tranchen - damit auch jeder merkt, wie weh das tut - es ist ja Geld! ---------- NEIN, ist es nicht! Es sind lausige Zahlungsversprechen!) auf diesem Sperrkonto wird also der zweite Rettungsschirm als Zahl eingetragen, abgesichert natürlich mit den Zahlungsversprechen aus dem ESM. Hier wächst also ab sofort mit jeder Hilfszahlung eine weitere Blase, ohne dass jemals Bargeld fließen müsste. Das verbleibt natürlich bei der EZB (warum sind die bloß so scharf drauf?).
Die EZB schafft natürlich auch Ihrerseits Blasen. Kürzlich erst waren es 500 Mrd. Euro, die sich die Banken ab sofort und ohne Sicherheiten leihen dürfen. Demnächst wird wohl noch eine Billion draufgelegt. So werden weitere Blasen und Bläschen, bestehend lediglich aus Garantien (und wie ich die Finanzwirtschaft kenne, möchte ich darauf wetten, dass diese Garantien auch noch handelbar sind), geschaffen, die kommen dann unter ein Schirmchen, darüber ein Deckelchen, und so blähen wir das ganze einfach auf.
Nur wenn Vermögende ihre Garantien zu Bargeld machen wollen (wenn sie z. B. eine Yacht kaufen und Teile des Kaufpreises wegen der Steuer bar, im Köfferchen bezahlen), dann wird es hektisch. Dann muss man unten, wo die meisten von uns sind, noch ein wenig zusammenkratzen, damit es oben bar ausbezahlt werden kann.
Das geschieht derzeit in Griechenland. Dem Volk wird Bargeld, das sonst für den eigenen Konsum zur Verfügung stünde, entzogen, damit die Vermögenden es im Köfferchen übergeben können. Und je mehr Geld nach oben "gefallen" ist, desto öfter wird Bares gebraucht ... die Industrie für Luxusgüter wächst von Jahr zu Jahr.
* Ich habe sehr lange über die Form der Existenz dieser Finanzblasen nachdenken müssen. Mir ist kein anderes Wort eingefallen, als "bestehen". Ich versuche diesen Finanzblasen damit ihre Existenz abzusprechen. Im Sinne von: Ein laues Lüftchen besteht - aber existiert es auch?